Identifizierungslösung (KYC)

Volksbanken nutzen solarisBank für Identifizierungslösung (KYC)

Die bestehende Identifizierungslösung (KYC) für Firmenkunden der solarisBank wird in einem eigenen Geschäftsbereich gebündelt. Spannend an der Mitteilung ist ein damit bekanntgegebener neuer Partner: die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken.

KYC

KYC meint “Know your Customer” und verpflichtet europäische Finanzunternehmen auf Basis vom Artikel 8 der 3. EU-Anti-Geldwäsche-Richtlinie zu besonderen Prüfungen. Bei juristischen Personen sind Art der Gesellschaft, Tätigkeit, Branche, Branchencode, Anzahl der Mitarbeiter, Besitzverhältnisse, Firmenstruktur, die wichtigsten (erwarteten) Finanzkennziffern und andere Punkte zu erheben.

Business-KYC-Lösung

Banken tun sich noch schwer, die Legitimation elektronisch durchzuführen – auch wenn sie vollmundig von Digitalisierung sprechen (siehe auch Digitalisierung bei Firmenkunden – ein Armutszeugnis). Dabei ist es der erste wichtige Schritt, eine digitalisierte Kundenbeziehung überhaupt aufzubauen.

Die solarisBank kann das schon länger – getrieben durch die Notwendigkeit des Startups Penta, die genau die Zielgruppe Firmenkunden bedienen. Wie von solarisBank gewohnt, läuft dies alles vollständig automatisiert und digital auf API-Basis – neue Kunden (genannt “Partner”) können den Service also extrem schnell implementieren (siehe auch solarisBank: Bankdienstleistungen aus der Steckdose für die digitale Wirtschaft). Auf der Plattform können Partner aus verschiedenen Verfahren wie IDnow oder PostIdent wählen.

Die Volksbanken als neuer Partner

Zunächst nutzen vier Volksbanken als Piloten die Lösung. Berliner Volksbank eG, Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG, Hannoversche Volksbank eG und die Volksbank BraWo – durchaus “Schwergewichte” bei den Genossen. Ein direkter Zugriff auf die solarisBank erfolgt nicht. Die Banken sind teil der über 70 Kunden, die den “BankingGuide” der BMS MMM BankingGuide GmbH für die ganzheitliche und umfassende Beratung von Firmenkunden nutzen.

Beweggründe

Ich will jetzt nicht mit “ich propagiere das schon lange” kommen, aber ich propagiere es schon lange. In 2015 konnte man es unter Banken: sind die großen IT-Tanker out? und in 2016 unter API-Banking: Zahlen Sie mit Karte oder Sofort-Kredit? nachlesen. Die großen Rechenzentralen haben ein Problem mit ihren abgeschotteten Kernbankverfahren. Das Mindset basiert nach wie vor auf der Vorstellung alles selber machen zu wollen und das Kernbankverfahren immer weiter zu optimieren. In der heutigen schnellen Welt, in der Lösungen in wenigen Wochen von der Idee bis zum ersten Markteintritt benötigen, ist das einfach nicht mehr wettbewerbsfähig.

Ich kenne die konkreten Beweggründe der einzelnen Banken nicht (und wenn, würde ich sie nicht publizieren ;-)) – aber man kann sehr schnell 1 und 1 zusammenzählen.

Digitalisierungsoffensive

Im Juni 2018 gab der BVR in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Genossenschaftsbanken eine Digitalisierungsoffensive starten und man kann nachlesen “Die zusätzlichen Investitionen werden beim genossenschaftlichen IT-Dienstleister Fiducia & GAD IT AG erfolgen und weisen ein Volumen von circa 500 Millionen Euro auf.“.

Sucht man den Begriff “Digitalisierungsoffensive” auf der Homepage der Fiducia & GAD IT AG, findet man derzeit ganze 6 Beiträge (Stand 28.11.2018). Diese verweisen alle auf Agendapunkte von hauseigenen Veranstaltungen bzw. Presseartikeln. So ist in der Pressemitteilung zur Hauptversammlung 2018 zum Thema nachzulesen: “Das Ziel: Die traditionellen Stärken der Genossenschaftsbanken in die digitale Welt zu transformieren. Mit der Schaffung einer neuen Omnikanal-Vertriebsplattform sollen zum Beispiel ganz neue Möglichkeiten für Banken und Kunden geschaffen werden. Sämtliche Vertriebskanäle, Produkt- und Serviceangebote verschmelzen hier in einem Kanal. Der Omnikanal vernetzt und personalisiert alle Dienstleistungsangebote und ermöglicht sogar, individuelle Kanalpräferenzen der Kunden zu antizipieren.“.

So ähnlich formuliert es auch der BVR: “Auf der Basis einer neuen Omnikanal-Vertriebsplattform, die einer modular aufgebauten IT-Architektur folgt, werden Lösungen entwickelt, die es den Mitgliedern und Kunden ermöglichen, den von ihnen präferierten Kanal noch flexibler selbst zu wählen und jederzeit wechseln zu können. Services, genossenschaftliche Beratung und Produktabschluss sollen auf allen Kanälen medienbruchfrei angeboten werden.

Digitalisierung – was müsste kommen?

Ich mag mich täuschen, aber Omnikanal ist mindestens bereits seit 10 Jahren im Bankenmarkt ein Thema. Und ist es wirklich das, was die Kunden wollen? Einen flexiblen Übergang zwischen einzelnen Kanälen? Die meisten Menschen in meinem Umfeld nutzen sowieso nur einen Kanal: entweder sie gehen (noch) konsequent in die Filiale oder sie sind online unterwegs. Im letzteren Fall gibt es Filialbesuche zu ganz konkreten Anlässen – diese Besuche sind dann aber (gewollt) sehr analog. Ich hoffe, der Fokus liegt auf dem Schwerpunkt, endlich die Services für den Kunden vermehrt digital anzubieten.

Ein entscheidender Punkt fehlt aber vollständig. Thomas F. Dapp von db Reserach beschreibt ihn bereits in einer Studie aus 2014(!) so: “Flexible digitalisierte Infrastrukturen erlauben Banken künftig, mit Hilfe von (offenen) Programmierschnittstellen moderne Technologien und geeignete finanzspezifische Internetdienste effizient und vor allem zeitnah zu implementieren.

Zumindest ist es genau die Beschreibung dessen, was die Partner bei der solarisBank mit einfachen Mitteln umsetzen können. Vielleicht verstehen die genannten Volksbanken unter Digitalisierung eben doch mehr, als es die Offensive des Dachverbandes auf den ersten Blick hergibt.

solarisBank kopperiert mit Mastercard

solarisBank: Banking aus der Steckdose

Vor gut zwei Jahren ist die solarisBank gestartet. (siehe Bericht vom März 2016). Es ist Zeit für ein Update. Kern des Angebot ist eine Banking-Plattform für die digitale Industrie. Bankverfahren gibt es viele – warum ist gerade dieses Angebot etwas Besonderes?

Wie sind “klassische” Banken aufgestellt?

Betrachtet man klassische Banken, wird der Unterschied schnell klar. Einfach erklärt: Die IT einer Bank unterstützt das Kerngeschäft – deswegen werden die Verfahren auch “Kernbankverfahren” genannt. Die Weiterentwicklung der Verfahren wurde über Jahrzehnte an den internen Bankprozessen ausgerichtet. Echte Schnittstellen zum Kunden gab es ursprünglich keine, wenn man von Auszügen und Sparbüchern mal absah. Später wurde die Kundenselbstbedienung auf das Kernbankverfahren aufgesetzt. Für Geldausgabeautomaten, Kontoauszugdrucker, Online-Banking & Co wurden Oberflächen programmiert, die “kundengerecht” sind. Ansonsten machen die Kernbankverfahren einen großen Bogen um den Endkunden, sie sollen die Bank bestmöglich bei der Bearbeitung der Aufgabe unterstützen.

Das Mindset der IT-Dienstleister und IT-Abteilungen ist daher fast vollständig auf “den Kunden” ausgerichtet, also die lokale Volksbank, Sparkasse oder die eigene Bank. Einer fremden Firma “Banking” anzubieten ist quasi ein blinder Fleck in der Wahrnehmung.

Was macht die solarisBank anders?

Die solarisBank hingegen bedient genau diesen “blinden Fleck”. Sie fokussiert sich als IT-Unternehmen nicht auf eine konkrete Bank oder Bankengruppe und deren Abläufe. Mit der erstaunlich schnell ausgestatteten Banklizenz bietet sie quasi jedem, der es für sein Geschäftsmodell benötigt, Banking aus der Steckdose an.

Erste Zielgruppe bei der Gründung waren Startups. Sie können so ihrer Zielgruppe schnell Bankdienstleistungen anbieten. Dazu müssen sie sich weder die Regulatorik oder gar ein eigenes Buchungsverfahren kümmern. Die Startups fokussieren sich auf Ihre Idee, die solarisBank kümmert sich um das Banking und stellt eine moderne Anbindung zur Verfügung. Die Kunden werden als Partner bezeichnet. Bekannte Partner sind beispielsweise Penta oder Kontist.

Klassische Banken bedienen mit ihrer IT ausschließlich ihre Endkunden – klassisches Banking eben. Innovationen müssen mühsam erarbeitet (oder abgeschaut) werden und dann mit hohen Kosten umgesetzt werden. Mit dem oben beschriebenen Mindset und einer klassischen Unternehmenskultur tut man sich damit meist schwer.

Die solarisBank hingegen tritt nicht aktiv gegenüber dem Endkunden auf, auch wenn der Kunde am Ende die solarisBank als Vertragspartner für sein Bankgeschäft hat. Die Endkunden werden aber durch die Partner akquiriert und zum großen Teil betreut. Somit werden Innovationen durch die Vielzahl der Partner umgesetzt bzw. eingefordert. Und die Partner haben vom Beginn an ein digitales Mindset.

Ausblick

Inzwischen hat die solarisBank über 60 Partner angebunden. Waren bei der Gründung noch Startups die Hauptzielgruppe, kamen im Laufe der (nur) zwei Jahre bereits etablierte Unternehmen wie autoscout24.de (siehe Artikel) hinzu. Wird beim Autokauf ein Kredit benötigt, kann autoscout24.de diesen direkt über die solarisBank vergeben.

Und es zeigt sich ein neuer Trend: ausländische Banken, die sich im deutschen oder europäischen Markt etablieren wollen, werden Partner der solarisBank. Jüngste Beispiele: die polnische Alior Bank oder die türkische Albaraka Bank.

Die Vorteile liegen auf der Hand: die Banken müssen sich nicht um die Regulatorik kümmern und ihre bestehenden Verfahren dem für sie fremden Markt anpassen – sie können relativ schnell unter dem Dach der solarisBank Banking anbieten. Mit geringeren Kosten, schnellerem Markteintritt und somit geringerem Risiko.

Und eine weitere Zielgruppe wurde ausgemacht. Es wurde die “Blockchain Factory” ins Leben gerufen. Ähnlich wie damals (also vor zwei Jahren ;-)) die Startups einen Partner für das Banking suchten, sind es heute Blockchain-Unternehmen. Die solarisBank hat beste Voraussetzungen mit ihrem Geschäftsmodell, die Fiat-Welt (also die klassischen Währungen) mit der Crypto-Welt zu verbinden.

Fiatgeld:
Heutiges Zentralbankgeld, wie beispielsweise Euro oder US-Dollar, 
ist Fiatgeld. Seitens des Emittenten (z.B. Zentralbank) existiert 
keine Einlöseverpflichtung gegenüber einer anderen Währung 
oder in einen Rohstoff (z.B. in Gold oder Silber). 
Die Akzeptanz ist allein durch gesetzliche Vorschriften 
geregelt und basiert auf dem Glauben in die Währung.
H:32

Fintech Hub Berlin H:32 – Symbolik pur

Die Bankenbranche ist im Umbruch – das ist wahrlich keine neue Information. Was das aber wirklich bedeutet, kann man in Berlin im Hub H:32 gut erkennen.

Hätte man vor 10 Jahren im Hauptsitz der ehrwürdigen Berliner Bank – immerhin 1950 gegründet – prognostiziert, dass hier heute junge Menschen aus der ganzen Welt in kleinen, hochdynamischen Technologieunternehmen arbeiten und dabei Banking neu definieren – man hätte maximal ein arrogantes Lächeln geerntet.

So ist es jetzt aber: die Startup-Szene ist eingezogen. Die Parkplätze sind leer, Unkraut beginnt zu wachsen und man kann noch erkennen, wo die Namensschilder an den Parkplätzen hingen – die ehemaligen Statussymbole der Führungskräfte. Die meist jungen Menschen kommen mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Anzüge und Krawatten sieht man nicht mehr – im Sommer sind es T-Shirts und kurze Hosen. Es wird eine Mischung aus englisch und deutsch gesprochen. Die Internationalität ist kein Problem – ganz im Gegenteil. Ausländische Kollegen werden nicht als Konkurrenz, sondern als dringend benötigte Unterstützung und Bereicherung angesehen. Der Kontrast zu einer klassischen Bank könnte auffälliger nicht sein.

Der derzeit europaweit größte Hub (=Knotenpunkt) für FinTechs geht auf eine Initiative des Wirtschaftsministeriums zurück – bundesweit sind es zwölf für jeweils unterschiedliche Themengebiete. In Berlin teilt sich mit Frankfurt die Finanzszene. Der Fintech Hub “H:32” soll ein offenes Haus für alle, die sich für die Digitalisierung des Finanzwesens interessieren sein. Ein Ort, an dem sich internationale Investoren, Banken, Versicherungen und Fintechs treffen, arbeiten und voneinander lernen können.

Von der Stadt Berlin wurde die Start-Up-Schmiede “FinLeap” beauftragt, diesen Hub aufzubauen. Betrieben wird er vom Co-Working-Space-Anbieter “Scaling Spaces“. Neben FinLeap selbst sind auch von ihr gegründete Firmen eingezogen. Dazu gehören die Banking Plattform solarisBank, PAIR Finance, zinsbaustein.de oder FINREACH. Aber auch die eher “klassische” Direktbank DKB ist eingezogen.

H:32 (Hardenbergstraße 32) stehen insgesamt 11.000 Quadratmeter zur Verfügung, unter anderem auch für Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern.

Nebenbei: die Berliner Bank gibt es inzwischen nicht mehr – sie wurde mit 67 Jahren von der Mutter “Deutsche Bank” in Rente geschickt. Die vor 10 Jahren wahrscheinlich noch selbstsicheren Banker arbeiten inzwischen nicht mehr in dem Gebäude. Sie wurden von Start-Ups verdrängt. Wir leben in Zeiten, wo N26 in kurzer Zeit 1 Million und Revolut gar doppelt so viele Kunden gewinnen konnten – nur mit Software.

H:32-firmen

Die Firmen in H:32

kontist

Kontist entwickelt sich weiter

Kontist hat seit gestern sein Angebot für das Selbständigen-Konto erweitert: eine virtuelle oder eine reale Mastercard sind verfügbar.
Kontist ist angetreten, eine für Freelancer optimale Lösung anzubieten. Das Startup gibt in seinem Blog nicht nur regelmäßig wertvolle Hinweise für diese Zielgruppe, sondern bietet auch ein für Selbständige optimiertes Konto an. Insbesondere die Transparenz bei der tatsächlichen Liquidität mit Berücksichtigung der notwendigen Steuerrücklagen stehen im Fokus.
Nun wird das bisher kostenfrei Konto um eine Mastercard Debit Business erweitert. In der virtuellen Variante ist die Karte kostenfrei und steht sofort zur Verfügung, die physische Variante wird mit 29 € im Jahr berechnet. Somit können die Kontoinhaber ihre Ausgaben direkt über das Geschäftskonto tätigen und müssen dies nicht privat auslegen. Wie von N26 gewohnt, werden die Ausgaben sofort in der App sichtbar sein und der Anwender kann eine Push-Nachricht erhalten.
Realisiert wurde die Lösung gemeinsam mit der Wirecard Bank AG – obwohl das Konto selbst mit der solarisBank umgesetzt wurde. Beide Partner verfügen über eine Banklizenz.
Das Beispiel Kontist zeigt, wie sich die Regeln im Banking bereits verschoben haben:
  • Um Banking anzubieten, muss man keine Bank mehr sein
    Kontist hat keine eigene Banklizenz, bietet aber trotzdem ein immer vollständiger werdendes Banking-Produkt an.
  • Banking als White-Labeling anzubieten, hat einen Markt
    Die klassischen Banken und ihre Rechenzentren kennen keine Offenheit, Ihre Leistungen Nicht-Banken anzubieten, damit diese Banking-Geschäftsmodelle umsetzen können. solarisBank geht diesem Schritt aber konsequent und nach bisheriger Beurteilung sehr erfolgreich.
  • Der Kunde will Banking und nicht Bank
    Dem Kunden ist es vollkommen egal, welche Partner hinter Kontist stehen – solange sein Geld entsprechend sicher ist und seine Banking-Anforderungen erfüllt werden. Dem Kunden ist also nicht wichtig, dass er Banking mit einer zugelassenen Bank macht, sondern dass seine Bedürfnisse erfüllt werden.

Die bisherige Regel, dass Bedürfnisse beim Banking nur von Banken erfüllt werden, gilt nicht mehr.

Kontist hat nach eigenen Angaben bereits eine vierstellige Geschäftskundenzahl, die bis zum Jahresende auf etwa 8.000 Kunden anwachsen soll. Darüber hinaus gewann Kontist im April den „FinTech des Jahres“ Preis von Paymentandbanking. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, 80% ihrer regelmäßigen administrativen Aufgaben in Banking, Buchhaltung und Steuer zu automatisieren. 
 
kontist

Kontist: Mehr als nur ein Konto für Selbständige und Freelancer

Ein “normales” Girokonto kann online relativ wenig. Geld erhalten und verschicken, die Umsätze anzeigen lassen und Lastschriften zurückgeben – das war es meist schon. Auch Startup-Anbieter wie number26 bieten hier nicht viel mehr an. Grundsätzlich unterscheidet sich das “moderne” Girokonto auch nicht wirklich von dem, was die klassischen Banken anbieten. Kontist will hier einen Schritt weiter gehen.

Will man das Konto beispielsweise mit der Buchhaltung verbinden, benötigt man Zusatzsoftware – so die Bank überhaupt eine Schnittstelle wie HBCI anbietet. Bei number26 oder Fidor sieht man dies als nicht notwendig an. Anwender von Quicken & Co. schauen in die Röhre und tippen die Umsätze von Hand ab. Für Privatanwender mag dies noch funktionieren, für Firmen ein no-go.

Variante 1: Anbindung eines bestehenden Kontos

Nun lassen sich zwei Tendenzen für eine Erweiterung des Funktionsumfangs erkennen. Moderne Webangebote, die in der Lage sind, sich mit dem Bankrechner zu verbinden und auf Umsätze zuzugreifen und sogar Überweisungen auszuführen. Ein Beispiel dafür ist sevDesk, über das ich bereits berichtet habe. Der Vorteil: man kann die eigene Bankverbindung behalten – wenn eine Schnittstelle bereitsteht.

Variante 2: Integration von Konto und Zusatzdienst

Eine andere Variante: Holvi bietet ein eigenes Girokonto an und hat somit eine schnittstellenfreie Integration von Girokonto, einem Online-Shop und der Buchhaltung. Weitere Funktionen können problemlos dazu kommen. Das funktioniert, weil Holvi eine finnische Zahlungsdienstleister-Lizenz hat. Einen ähnlichen Weg geht das Startup “K17ontist”.

Kontist

Einen ähnlichen Weg geht das Startup Kontist, welches 2016 sichtbar geworden ist. Kontist bietet ein mobiles Banking-Angebot speziell für Selbständige und Freelancer an.

Diese Zielgruppe ist stark wachsend, wird aber bei traditionellen Banken mit Skepsis betrachtet. Ohne Gehaltszettel und am Anfang vielleicht große Umsätze wird sie eher als Risiko betrachtet. Kontist will sich nun dieser Zielgruppe annehmen.

Der derzeitige Mehrwert besteht aus einer papierlosen Kontoeröffnung, mobilem Banking mit eingebautem Frühwarnsystem bei Liquiditätsengpässen, sowie einer automatischen Rücklage der anteiligen Einkommens- und Umsatzsteuer auf Unterkonten. Eine entsprechende Integration von Funktionen in das Geschäftskonto sucht man bisher bei traditionellen Banken vergeblich. Diese Übersicht muss sich der Freiberufler meist per Excel manuell schaffen.

Kontist hat keine eigene Banklizenz und darf daher auch kein eigenes Girokonto anbieten. Man kooperiert deswegen mit der solarisBank. Dort bietet man Bankdienstleistungen quasi aus der Steckdose an und kümmert sich um das gesamte Banking inklusive der Regulatorik. Die Plattform ist so konstruiert, dass Startups wie Kontist extrem schnell die Banking-Bausteine, die sie für Ihr Angebot benötigen, nutzen können. Das Geschäftsmodell ermöglicht nicht nur die schnelle, sondern auch die kostengünstige Anbindung. Gerade in der Startphase ist dies für Startups ein “muss”.

Für das erste Quartal 2017 will Kontist die Beta verlassen und live gehen. Neben vielen neuen Features werden durch eine Kooperation mit Debitoor die Faktura und die Buchhaltung in das Geschäftskonto integriert werden. Auch eine eigene Kreditkarte soll das Angebot ergänzen. Es lässt sich mutmaßen, dass auch hier der Partner solarisBank helfen wird – schließlich gibt es seit Kurzem eine Kooperation mit Mastercard.

solarisBank kopperiert mit Mastercard

Mastercard kooperiert mit Berliner Fintech – oder umgekehrt?

Letzte Woche berichtete zeit.de im Bericht “Mastercard kooperiert mit Berliner Fintech“. Gemeint war die SolarisBank, über die hier schon berichtet wurde.

Der Kreditkartenanbieter will sich mit der Berliner Solarisbank zusammentun, um ihren Kunden künftig leichter eigene Kreditkarten und mobile Zahlungsmöglichkeiten anbieten zu können.“, so zeit.de.

Die solarisBank hat zum Geschäftsmodell, Banking als technologische Bausteine Dritten zur Verfügung zu stellen. Das Besondere daran: das Unternehmen hat eine Banklizenz. Damit existiert ein Vorsprung gegenüber Wettbewerbern. Die etablierten Banken haben entweder eine eigene IT oder bedienen sich eines Gemeinschaftsrechenzentrums. Diese Leistung Dritten anzubieten, haben sie bisher gar nicht oder nur unzureichend geschafft. solarisBank hingegen baut schrittweise ein Banking auf und bietet dies über IT-Schnittstellen jedem Dritten an, der Banking-Module benötigt – so autoscout24.de als jüngstes Beispiel. Als Endkunde kann man bei solarisBank kein Konto eröffnen.

Die meisten am Markt operierenden FinTechs und Dienstleister haben genau hier ihre Schwierigkeiten. Sie bauen innovative Banking-Leistungen auf, benötigen aber im Hintergrund immer noch eine Bank zur Abwicklung. N26 (bisher Number26) ist hier das beste Beispiel – bisher war es die Wirecard Bank. Dieses Jahr hat N26 eine eigene Banklizenz erworben. solarisBank hat also gute Chancen, mit ihrem Geschäftsmodell erfolgreich zu sein. Immer mehr Drittdienstleister benötigen zuverlässige Bankdienstleistungen, ohne gleich den hohen Aufwand für eine Banklizenz betreiben zu wollen.

Nun hat solarisBank seine Dienstleistungen um einen weiteren Baustein mit dieser Kooperation erweitert und kann Kreditkarten ausgeben und die entsprechenden Zahlungen abwickeln. Sie verschafft sich damit Zugang zu über 43 Millionen Akzeptanzstellen in 210 Ländern.

Mastercard hat zunächst einen weiteren Emittenten hinzugewonnen. „Wir sehen das Innovationspotential der solarisBank und das starke Engagement, sich den Innovationen im globalen Banking-Markt zu verschreiben. Für uns ist es sehr spannend, mit einem jungen und visionären Banking-Unternehmen gemeinsam innovative digitale Lösungen zu entwickeln.“, so wird der Vice President von Mastercard, Dr. Andreas Spengel, zitiert.

Spannend wird zu beobachten sein, welches der beiden Unternehmen hier tatsächlich die meisten Vorteile aus der Kooperation ziehen wird. Mastercard könnte austauschbar gegen einen anderen Anbieter sein – aber gilt das auch umgekehrt? Mindestens hätte die Überschrift aber lauten müssen “solarisBank und Mastercard kooperieren”.

Inzwischen hat solarisBank auch die Marke überschritten, mit ihren Module über eine Million Endkunden zu erreichen, so berichtet das IT Finanzmagazin.

solarisBank kopperiert mit Mastercard

solarisBank: Bankdienstleistungen aus der Steckdose für die digitale Wirtschaft

“Die IT-Systeme der Banken sind … nach außen kaum geöffnet”, habe ich in einem Interview der Zeitschrift Impulse im Juni 2015 gesagt und damit das Fehlen von API’s – also Schnittstellen mit denen externe Programme angebunden werden können – in den großen Kernbankverfahren bemängelt.

Inzwischen hat sich ein FinTech dieses Themas auf eine interessante Art angenommen: solarisBank. Wie sie von sich selbst sagen, ein Technologieunternehmen. Ein Technologieunternehmen mit Vollbanklizenz. Die Köpfe haben langjährige Banking und E-Commerce-Erfahrung und in Rekordgeschwindigkeit eine deutsche Vollbanklizenz erhalten.

“Die deutsche Digitalwirtschaft wird bislang von traditionellen Banken nicht ausreichend unterstützt, weil gerade diese nicht immer mit der Entwicklung von Zalando und Co. Schritt halten können. Dadurch geht potentielles Geschäft verloren. Wir bieten erstmals digitalen Unternehmen Banking as a Platform (BaaP). Unsere Plattform ist voll funktionsfähig und skalierbar.”
Marko Wenthin (Vorstand solarisBank)

Die Vision von solarisBank ist im Prinzip sehr einfach. Der Kunde konzentriert sich auf sein Kerngeschäft und kann Bankdienstleistungen wie z.B. Payment oder Kreditvergabe unter regulatorisch abgesicherten Prozessen aus dem solarisBank-Baukasten anbieten.

Nicht nur etablierte und große Unternehmen profitieren davon, sondern gerade auch die FinTech-Szene. Wegen der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen sind die FinTech in der Regel zur Abwicklung im Hintergrund gezwungen, sich mit einer Partnerbank zusammenzutun. Die Anbindung dort ist aufgrund der eben nicht vorhandenen API-Fähigkeit der monolithen Kernbankverfahren oft zeitversetzt und umständlich. Hier wird die solarisBank als Technologieunternehmen mit Banklizenz punkten können.

Zukünftig werden fast alle großen Internet-Unternehmen auf digitale Banking-Lösungen angewiesen sein, um ihre Produktpalette zu erweitern und regulatorisch einwandfrei anzubieten. Wir konnten weltweit keine einzige Bank identifizieren, die sich ausschließlich auf Technologie-Partnerschaften mit Digital-Unternehmen spezialisiert hat. Diese Lücke füllt die solarisBank und wird mit ihrer innovativen Technologie schnell international neue Maßstäbe setzen. Wir haben noch viel vor.“
Jan Beckers (Aufsichtsratvorsitzender solarisBank)