Mastercard kooperiert mit Berliner Fintech – oder umgekehrt?

Letzte Woche berichtete zeit.de im Bericht „Mastercard kooperiert mit Berliner Fintech„. Gemeint war die SolarisBank, über die hier schon berichtet wurde.

Der Kreditkartenanbieter will sich mit der Berliner Solarisbank zusammentun, um ihren Kunden künftig leichter eigene Kreditkarten und mobile Zahlungsmöglichkeiten anbieten zu können.„, so zeit.de.

Die solarisBank hat zum Geschäftsmodell, Banking als technologische Bausteine Dritten zur Verfügung zu stellen. Das Besondere daran: das Unternehmen hat eine Banklizenz. Damit existiert ein Vorsprung gegenüber Wettbewerbern. Die etablierten Banken haben entweder eine eigene IT oder bedienen sich eines Gemeinschaftsrechenzentrums. Diese Leistung Dritten anzubieten, haben sie bisher gar nicht oder nur unzureichend geschafft. solarisBank hingegen baut schrittweise ein Banking auf und bietet dies über IT-Schnittstellen jedem Dritten an, der Banking-Module benötigt – so autoscout24.de als jüngstes Beispiel. Als Endkunde kann man bei solarisBank kein Konto eröffnen.

Die meisten am Markt operierenden FinTechs und Dienstleister haben genau hier ihre Schwierigkeiten. Sie bauen innovative Banking-Leistungen auf, benötigen aber im Hintergrund immer noch eine Bank zur Abwicklung. N26 (bisher Number26) ist hier das beste Beispiel – bisher war es die Wirecard Bank. Dieses Jahr hat N26 eine eigene Banklizenz erworben. solarisBank hat also gute Chancen, mit ihrem Geschäftsmodell erfolgreich zu sein. Immer mehr Drittdienstleister benötigen zuverlässige Bankdienstleistungen, ohne gleich den hohen Aufwand für eine Banklizenz betreiben zu wollen.

Nun hat solarisBank seine Dienstleistungen um einen weiteren Baustein mit dieser Kooperation erweitert und kann Kreditkarten ausgeben und die entsprechenden Zahlungen abwickeln. Sie verschafft sich damit Zugang zu über 43 Millionen Akzeptanzstellen in 210 Ländern.

Mastercard hat zunächst einen weiteren Emittenten hinzugewonnen. „Wir sehen das Innovationspotential der solarisBank und das starke Engagement, sich den Innovationen im globalen Banking-Markt zu verschreiben. Für uns ist es sehr spannend, mit einem jungen und visionären Banking-Unternehmen gemeinsam innovative digitale Lösungen zu entwickeln.“, so wird der Vice President von Mastercard, Dr. Andreas Spengel, zitiert.

Spannend wird zu beobachten sein, welches der beiden Unternehmen hier tatsächlich die meisten Vorteile aus der Kooperation ziehen wird. Mastercard könnte austauschbar gegen einen anderen Anbieter sein – aber gilt das auch umgekehrt? Mindestens hätte die Überschrift aber lauten müssen „solarisBank und Mastercard kooperieren“.

Inzwischen hat solarisBank auch die Marke überschritten, mit ihren Module über eine Million Endkunden zu erreichen, so berichtet das IT Finanzmagazin.

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