Digitalisierung und Gebührenerhöhungen: Kommunikation wie im letzten Jahrhundert

Die Banken haben derzeit keinen leichten Stand. Die Regulierung der letzten Jahre bringt erhöhte Kosten mit sich. Die niedrigen Zinsen lassen die Einnahmen schrumpfen. Und auch die sich spätestens seit der Markteinführung des ersten iPhone vor fast 10 Jahren aufdrängende Digitalisierung hat man quasi verschlafen.

Somit gehen die ersten Banken einen betriebswirtschaftlich fast logischen Weg: Kosten senken und Einnahmen erhöhen – wir erleben es gerade am Beispiel der Gebühren von Bargeldabhebungen am Geldausgabeautomaten für eigene Kunden – bisher ein Unding. Damit haben es die Sparkassen immerhin schon in die Bild-Zeitung, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche geschafft.

Man kann zu diesem Thema eine geteilte Meinung haben. Die Banken und Sparkassen haben in den letzten Jahrzehnten dem Kunden beigebracht, dass Selbstbedienung eine kostenfreie Leistung ist. Es erfolgte eine Quersubventionierung durch Provisions- und Zinseinnahmen. Leider wurde das nicht klar kommuniziert. Es klappte ja auch alles und man musste mit den Direktbanken mithalten.

Nun hat sich die Situation geändert und man ist nicht mehr gewillt, diese Leistung kostenfrei abzugeben. So weit, so nachvollziehbar.

Nicht die Situation ist das Problem, sondern die Kommunikation

Schaut man sich aber die Vorgehensweise der Institute dabei an, gruselt es einem. Wie das Portal biallo.de berichtet, ist das Kommunikationsverhalten unterirdisch. Die Kunden werden nicht aktiv über die Gebührenänderungen informiert. Auf mehrfache Nachfragen per E-Mail wird gar nicht geantwortet.

Alles zusammen zeigt, wie stark die Institute doch noch in der Vergangenheit verhaftet sind. Soziale Netzwerke sind Standard in der Kommunikation und jede Meldung verbreitet sich in Windeseile und wird von den Nutzern diskutiert. Offene Kommunikation sollte heute in der DNA des Unternehmens nach innen und außen verankert sein.

Anstatt die neuen Gebühren und Minuszinsen den Kunden endlich offensiv zu erklären, wird gemauschelt. Die nötige offene Kommunikation wird vermieden. Eine klare Darstellung der Situation bleibt aus. Wenn eine Erklärung erfolgt, dann werden oft nur abgedroschene Phrasen bemüht.

Ich wage zu prognostizieren, dass die meisten Kunden bei einer klaren Kommunikation sogar durchaus Verständnis hätten. Auch andere Unternehmen lassen sich für ihre Leistungen bezahlen. Das verstehen die Kunden. Wie es funktioniert, kann man bei der GLS-Bank sehen.

Sicherlich auch nicht hilfreich dabei ist, dass der Präsident des Dachverbandes der Sparkassen, Georg Fahrenschon, letztes Jahr noch erklärt hat: „Abhebungen an unseren Geldautomaten sind für Sparkassenkunden kostenlos – und das wird auch so bleiben“. Diese Aussage ist schon sehr verwunderlich, da die Sparkassen eigenständig sind und somit auch ihre Gebühren selbst festlegen können.

Aber unsere aktuelle Bundeskanzlerin hat ja vor der Wahl auch versprochen, dass es mit ihr keine PKW-Maut geben wird. Auch ein Versprechen, was sie aufgrund der nötigen Koalitionen nicht beeinflussen konnte. Nebenbei, Herr Fahrenschon ist übrigens CSU-Politiker.

Auch wenn Wähler vielleicht leidensfähiger als Kunden sind, klare Zusagen zu machen, die man nicht in der Hand hat ist – vorsichtig gesagt – nicht wirklich schlau.

Banken und Sparkassen wären gut damit beraten, ihre Kommunikation der heutigen vernetzten und digitalisierten Welt anzupassen. Dazu muss man diese Welt aber verstehen. Digitalisierung hat nicht nur etwas mit Prozessen und Software zu tun, sondern auch mit Kommunikationswegen und -verhalten, liebe Banken und Sparkassen.

 

paydirekt

Paydirekt. Ein Status.

Paydirekt wird von vielen Beobachtern kritisch beäugt. Paydirekt selbst ist hochoptimistisch.

Gestern konnte man im IT-Finanzmagazin lesen, dass der Zahlungsanbieter die 500er-Marke bei der Händleranbindung nach einem Jahr durchbrochen hat. Das an sich ist schon mal ein kleiner Erfolg. Sicherlich hat die Einführung des Konzentratoren-Modells dazu beigetragen. Dies bedeutet, der Händler muss nicht mehr mit jeder Bank einzeln verhandeln, sondern kann sich über einen der Konzentratoren wie z.B.Computop oder Concardis anbinden. Alles andere ist eigentlich auch unzumutbar und schon von Grund auf ein „No-Go“.

Ebenfalls im IT-Finanzmagazin konnte man in einem Interview mit der Geschäftsführung Ende November zur Kenntnis nehmen, dass 800.000 Kunden sich registriert haben und man mehr als 25 der Top-100-Händler angebunden habe. Je nachdem, welcher Statistik man traut – Jochen Siegert kommt bei PaymentAndBanking auf gerade mal 7 der Top 100.

Was kann man nun daraus schließen? 800.000 angemeldete Nutzer ist schon einmal eine gute Leistung – fragt sich nur, wie viele den Dienst davon aktiv nutzen. Zum Vergleich: PayPal nennt 16 Millionen aktive Nutzern in Deutschland. Girokonten gab es übrigens Ende 2015 in Deutschland lt. Statista fast 100 Millionen.

Leider gibt paydirekt keine Informationen zu den tatsächlichen Transaktionen heraus. Hiermit würde Geld verdient werden – unterm Strich sagt eigentlich nur die Anzahl und das Volumen etwas über den Erfolg eines Bezahlverfahrens aus. Im August sprach das Handelsblatt von 450 Transaktionen in der Woche. Unfair, aber interessant: PayPal schafft 270 Transaktionen – in der Sekunde.

Kann paydirekt nun durch eine Einmaligkeit punkten? Im Interview stellt es die Geschäftsführung so dar, dass es das einzige Bezahlverfahren mit einer direkten Anbindung an das Girokonto ist. Schon aus den ersten Kommentaren zu dem Interview kann man herauslesen, dass dies anders gesehen werden kann – auch PayPal kann an das Girokonto angebunden werden. Auch bei diesen Verfahren erfährt der Händler nicht die Bankverbindung des Kunden. Und PayPal nimmt auch die Sicherheit genau so für sich in Anspruch. Im Endeffekt ist es nur eine Kundenentscheidung, wem er mehr vertraut: PayPal oder paydirekt.

Dazu kommt, dass längst nicht alle deutschen Girokonten anbindbar sind. So fehlen beispielsweise namhafte Direktbanken, wie die DKB.

Fazit:

  • nicht alle Banken angebunden,
  • keine echten Alleinstellungsmerkmale,
  • vermutlich sehr wenige Transaktionen,
  • eine relativ geringe Durchdringung bei den Kunden und
  • wenige wichtige Händler angebunden.

Ein Erfolgsmodell sieht anders aus. Das heisst aber nicht, dass paydirekt chancenlos ist. Geschäftsführer Niklas Bartelt drückt es so aus: „Hier geht es nicht um einen Sprint, sondern um einen Langstreckenlauf.“. Für einen Langstreckenlauf benötigt man Durchhaltevermögen – in diesem Fall den Rückhalt und das Geld der Eigentümer. Schauen wir einmal, wie lange sich die Bankengruppe dies leisten kann und will.

 

 

Disruption im Bankwesen

Schöpferische Zerstörung im Bankwesen

Die schöpferische Zerstörung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem österreichischen Ökonom Joseph Schumpeter geprägt. Die Amerikaner nennen den Prozess disruption. Beides beschreibt eine Innovation, die bestehende Technologien, Dienstleistungen oder Produkte zerstören. Meist entstehen diese Innovationen für die etablierten Anbieter unerwartet und werden zunächst nicht als Bedrohung gesehen. Handelt es sich um erfolgreiche Innovationen, so weisen sie nach kurzer Zeit ein hohes Wachstum auf und verdrängen die bestehenden Anbieter teilweise oder komplett.

Beispiele dazu gibt es in der Vergangenheit viele. Prominent werden Kodak und Nokia immer wieder genannt: Analogkameras und -filme wurden durch Digitalkameras verdrängt, der Marktführer im Bereich Mobiltelefone wurde in kürzester Zeit von den Smartphones aus dem Markt gedrängt. Inzwischen fokussieren sich die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Konzerne nicht mehr auf die Weiterentwicklung der eigenen Produkte, sondern haben im Fokus, sie durch neue Innovationen selbst am Markt zu ersetzen.

Inzwischen sprechen wir von der vierten industriellen Revolution. Wer sich dem wahnsinnigen Tempo verweigert, gefährdet den Fortbestand des Unternehmens. Bestehende Geschäftsmodelle werden durch neue Wettbewerber verändert und die etablierten Unternehmen stehen oft hilflos daneben, weil sie ihren Kunden nicht mehr verstehen.

Schaut man sich diese neuen Wettbewerber genauer an, kann man feststellen, dass sie weiterhin klassische Bedürfnisse der Kunden befriedigen. Sie befriedigen diese für den Kunden nur auf vollkommen neue Weise (z.B. CarSharing statt klassischem Mietwagen) oder bringen als Vermittler neue Wettbewerber auf den Markt (z.B. Uber mit Privatfahrern statt professioneller Taxizentralen). In vielen aktuellen Beispielen besteht Potential für eine Disruption.

Wie ist das nun im Bankenwesen? Es steht außer Frage, dass die Menschheit bis auf Weiteres auf Zahlungsmittel angewiesen ist. Das Bedürfnis der Kunden, Waren oder Dienstleistungen zu entlohnen, wird es also auch weiterhin geben. Ist zu viel Geld vorhanden, muss es geparkt werden. Und im umgekehrten Fall muss man sich etwas leihen. Mit diesem trügerischen Gefühl der Sicherheit sind die Banken unterwegs und wiegen sich in Sicherheit.

Schauen wir auf die erste Variante der Disruption: Die Bedürfnisse der Kunden werden auf vollkommen neue Art und Weise befriedigt. Die ersten Ansätze kann man erkennen – sicherlich nur die Spitze des Eisbergs. Neue Anbieter zeigen, dass Zahlungsverkehr komplett anders laufen kann. Geld wird in kleinen Summen (Micropayment) zwischen Privatnutzern elektronisch weitergeleitet, ohne erst umständlich eine Überweisung in Auftrag geben zu müssen (z.B. Cringle, PayPal und zukünftig Facebook/Whatsapp). Oder die Bezahlung an der Kasse wird durch Hinhalten der Armbanduhr erledigt (Apple Pay). Konten können komplett über das Smartphone verwaltet werden (Number26). Die Banken reagieren darauf, indem sie ihr bestehendes Modell „Girokonto“ mühsam versuchen zu verbessern – obwohl sie sich mit der Digitalisierung seit der Einführung von BTX Mitte der 1980er Jahre beschäftigen.

Die zweite aktuell erkennbare Variante der Disruption war: Neue Wettbewerber auf dem Markt zu etablieren. Hier lassen sich zwei Trends erkennen. Revolutionär wäre die Einführung einer neuen Verrechnungseinheit für den Zahlungsverkehr. Tatsächlich gibt es die bereits ohne Zutun der Banken oder eines Staates: BitCoin. Eine neue Technologie ermöglicht es, dass die Währung direkt zwischen zwei Beteiligten ausgetauscht werden kann, ohne dass eine Bank oder ein Zahlungsdienstleister eingeschaltet werden muss. Wer genügend Rechenkapazität zur Verfügung hat, kann die Zahlungen der Datenbank hinzufügen und somit Geld verdienen – auch hier kann der Privatmann – ähnlich wie bei Uber – als ein neuer Anbieter im System auftreten. Eine Stufe weniger kompliziert arbeiten neue Kreditvermittler – die Plattformen vermitteln beispielsweise Kredit zwischen Privatpersonen ohne Zutun einer Bank.

Noch hat keiner der neuen Anbieter wirklich die Banken vom Markt verdrängt. Durchaus haben aber bereits große Anbieter den Kuchen zu einem großen Teil unter sich verteilt. Die bisherigen Geschäftsmodelle nur weiterzuentwickeln und die Qualität bei der Beratung zu verbessern wird mittelfristig nicht ausreichend sein.

Banken müssen endlich anfangen, selber nachzudenken, wie sie ihr Geschäftsmodell zerstören könnten und in welchen Bereichen sie Dienstleistungen und Produkte anbieten könnten. Neue Ideen sind gefragt – auch mit dem Risiko, dass viele davon kein Erfolg werden. Die Zeiten in denen es einfach nur günstiger und besser werden muss sind endgültig vorbei. Disruptive und erfolgreiche Geschäftsmodelle in der Bankenwelt werden kommen – es ist nur eine Frage, wer diese letztendlich anbieten wird.

sevDesk: Die Erweiterung des Girokontos

Programme zum Schreiben von Rechnungen, Angebote und Lagerverwaltung gibt es seit langem auf dem PC. Das ist eigentlich ein alter Hut. Die Programme können auch Daten ans Finanzamt übermitteln und die Umsätze von der Bank abholen. Es sind aber in der Regel immer Stand-Alone-Produkte, deren Updates meist kostenpflichtig per CD eingespielt werden müssen. Oft beschränken sich die Hersteller auf eine eher marginale Pflege der Produkte.

Vor einiger Zeit habe ich über Holvi berichtet. Bei Holvi bekommt man ein echtes Konto mit IBAN und hat eine Vollintegration der integrierten Webdienste. Holvi hat den Schwerpunkt zunächst auf einen angegliederten Webshop und die Faktura gelegt.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das deutsche sevDesk, welches ich seit einiger Zeit nutze.

dashboard

Hier behält man seine Bankverbindung, aber darauf wird die gesamte Buchhaltung inkl. der Faktura aufgesetzt. Die Funktionsvielfalt ist im Gegensatz zu Holvi deutlich umfangreicher und bietet quasi ein Rundum-Sorglos-Paket für Kleinbetriebe.

sevDesk hat sich bei der Bankanbindung eines Dienstleisters bedient. Dort liegen die Kontodaten und es erfolgt ein Abruf der Bankdaten, nachdem sevDesk die PIN über eine gesicherte Verbindung bereitgestellt hat. Über die gleiche Verbindung bekommt sevDesk die Umsatzdaten und stellt sie dem Kunden zur Verfügung. sevDesk handelt im Rahmen der Auftragsdatenverarbeitung nach BDSG und hält die Daten auf deutschen Servern. Ein umfangreiches Datenschutzkonzept kann jederzeit angefordert werden. Wie bei allen Cloud-Varianten muss hier der Kunde selber entscheiden, inwieweit er dem Anbieter vertraut.

Zum Jahresanfang gab es ein großes Update auf ein neues Framework. Seitdem ist die Entwicklungsgeschwindigkeit rasant angestiegen – regelmäßig werden neue Funktionen veröffentlicht. Die Highlights sind:

  • Erstellung von Rechnungen und automatischer Versand per E-Mail, Eigendruck oder kompletten Versand über eine Postschnittstelle (keine weitere Anmeldung nötig, 0.79 € für die erste Seite inkl. Porto)
  • Schriftverkehr über die gleichen Wege
  • Verwaltung aller Kontakte (Mini-CRM)
  • Erfassung aller Belege inkl. automatischer Belegerkennung und der steuerlichen Verbuchung
  • Abgleich der Belege und Rechnungen mit den Buchungsdaten der Bank
  • Weiterleitung aller nötigen Informationen an den Steuerberater
  • Elektronische Umsatzsteuervoranmeldung
  • Aufgabenverwaltung
  • Lagerverwaltung

Sicherlich ist der Wunschzettel an Funktionen zur Abrundung des Ganzen noch lang. So fehlt beispielweise bei der Bankanbindung die Möglichkeit, erhaltene Belege direkt zu bezahlen. Auch müssen die Bankinformationen noch manuell abgeholt werden. Und an vielen Stellen sind die Funktionen noch nicht ganz rund. Man kann aber mit sevDesk durchaus jetzt schon professionell arbeiten. Bei Problemen steht ein extrem bemühter Support zur Verfügung.

Ausprobieren kann man es kostenlos – mit diesem Link gibt’s 10 Euro Rabatt bei der Anmeldung.

PayPal: In Großbritannien jetzt auch Kredite

Während die deutschen Banken mit paydirekt ihre ersten Schritte im Online-Payment versuchen und mit scheinbar überschaubarem Erfolg gefühlte Jahre hinterher hinken, ist das große Vorbild PayPal inzwischen soweit, bei der Online-Bezahlung auch gleich einen Kredit mit zu vergeben.

Sprachen wir bisher davon, dass PayPal den Banken den Zahlungsverkehr Stück für Stück wegnimmt, so sind jetzt auch Kleinkredit und die Überziehung des Kontos in Gefahr. Und damit auch die Haupteinnahmequelle beim Girokonto – denn es wird nicht an den Gebühren, sondern an den Zinsen und Überziehungszinsen verdient. Sind die normalen Kreditzinsen für die Baufinanzierung inzwischen im Keller, so werden bei Dispo- und Überziehungszinsen durchaus noch sieben Prozent und aufwärts aufgerufen.

Es ist zu beobachten, dass die Kunden aber bei PayPal durchaus nicht auf den Cent schauen und hohe Konditionen zu Gunsten der Einfachheit offensichtlich akzeptieren. Beim Kredit wird ein Jahreszins von 17,9 Prozent aufgerufen (was für schwer vergleichbar ist, da man in Großbritannien für Überziehungen durchaus auch bei kleinen Summen noch über 20 Prozent genommen werden – Beispiel: Barclays für 1000 GBP werden in 30 Tagen 22,50 GBP fällig – hochgerechnet sind das 27 Prozent).

Und die PayPal übliche Einfachheit scheint auch beim Kredit zu gelten: Im normalen und gewohnten Bezahlvorgang wählt der Kunde einfach die Ratenzahlung aus und nach kurzer Bonitätsprüfung kann die Zahlung auf bis 24 Monate gestreckt werden. Und schon muss der Kunde nicht mehr seinen Dispo bei der Hausbank in Anspruch nehmen und der ganze schöne Erlös wandert zu PayPal. Und die Kreditkartenemittenten sehen übrigens auch in die Röhre.

Da kann man nur hoffen, dass die deutschen Banken auch schon das fertige Rezept für die Kreditvergabe direkt im Online-Shop in den Schubladen haben…

Mehr Informationen zu PayPal Credit finden sich hier.

solarisBank kopperiert mit Mastercard

solarisBank: Bankdienstleistungen aus der Steckdose für die digitale Wirtschaft

„Die IT-Systeme der Banken sind … nach außen kaum geöffnet“, habe ich in einem Interview der Zeitschrift Impulse im Juni 2015 gesagt und damit das Fehlen von API’s – also Schnittstellen mit denen externe Programme angebunden werden können – in den großen Kernbankverfahren bemängelt.

Inzwischen hat sich ein FinTech dieses Themas auf eine interessante Art angenommen: solarisBank. Wie sie von sich selbst sagen, ein Technologieunternehmen. Ein Technologieunternehmen mit Vollbanklizenz. Die Köpfe haben langjährige Banking und E-Commerce-Erfahrung und in Rekordgeschwindigkeit eine deutsche Vollbanklizenz erhalten.

“Die deutsche Digitalwirtschaft wird bislang von traditionellen Banken nicht ausreichend unterstützt, weil gerade diese nicht immer mit der Entwicklung von Zalando und Co. Schritt halten können. Dadurch geht potentielles Geschäft verloren. Wir bieten erstmals digitalen Unternehmen Banking as a Platform (BaaP). Unsere Plattform ist voll funktionsfähig und skalierbar.“
Marko Wenthin (Vorstand solarisBank)

Die Vision von solarisBank ist im Prinzip sehr einfach. Der Kunde konzentriert sich auf sein Kerngeschäft und kann Bankdienstleistungen wie z.B. Payment oder Kreditvergabe unter regulatorisch abgesicherten Prozessen aus dem solarisBank-Baukasten anbieten.

Nicht nur etablierte und große Unternehmen profitieren davon, sondern gerade auch die FinTech-Szene. Wegen der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen sind die FinTech in der Regel zur Abwicklung im Hintergrund gezwungen, sich mit einer Partnerbank zusammenzutun. Die Anbindung dort ist aufgrund der eben nicht vorhandenen API-Fähigkeit der monolithen Kernbankverfahren oft zeitversetzt und umständlich. Hier wird die solarisBank als Technologieunternehmen mit Banklizenz punkten können.

Zukünftig werden fast alle großen Internet-Unternehmen auf digitale Banking-Lösungen angewiesen sein, um ihre Produktpalette zu erweitern und regulatorisch einwandfrei anzubieten. Wir konnten weltweit keine einzige Bank identifizieren, die sich ausschließlich auf Technologie-Partnerschaften mit Digital-Unternehmen spezialisiert hat. Diese Lücke füllt die solarisBank und wird mit ihrer innovativen Technologie schnell international neue Maßstäbe setzen. Wir haben noch viel vor.“
Jan Beckers (Aufsichtsratvorsitzender solarisBank)

Digitalisierung bei der .comdirect

Digitalisierung ist das aktuelle Schlagwort. Auch in Banken. Eigentlich schon seit Jahrzehnten – dazu hatte ich schon einmal etwas geschrieben. Digitalisierung war aber bisher fast ausschließlich nach innen gerichtet: schnellere und schlankere Prozesse um Kosten zu sparen. Und wenn dies den Kunden betraf, hat man es ihm als Mehrwert verkauft. Die ersten Geldautomaten wurden nicht eingeführt, weil die Kunden es wollten, sondern weil man mittelfristig Kassenpersonal einsparen wollte. Die ersten Kontoauszugdrucker ersparten das umständlich morgendliche Wegsortieren der Kontoauszüge (wirklich eine unangenehme Arbeit, die meist bei den Azubi’s lag – ich stamme noch aus dieser Zeit ;-)).

Inzwischen ist bei einigen Banken angekommen, dass die heutige Digitalisierung etwas damit zu tun hat, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Und das vollkommen unabhängig davon, ob die Prozesse der Bank günstiger oder besser werden. Es geht darum, den Kunden und damit ganz einfach die Geschäftsgrundlage zu behalten.

Nun hat die .comdirect Ihre App „smartPay“ erweitert. Mit „smartPay“ kann der Kunde seine Überweisung mit dem Mobilgerät fotografieren und die Überweisungsdaten werden automatisch erkannt. Inzwischen fast schon wieder ein „alter Hut“, auch wenn es noch längst nicht alle Banken anbieten (Liebe Banken: so etwas muss man nicht immer selber entwickeln, dass kann man auch kaufen und an die eigenen Systeme anbinden – aber das ist ein anderes Thema).

Die .comdirect hat jetzt – im ersten Schritt nur in der Android-Version – die App so erweitert, dass man die fotografierten Rechnungen dauerhaft ablegen und sogar kategorisieren kann. Und das auf deutschen Servern und auf den Rechnern der Bank.

Damit bietet hat sie aus meiner Sicht genau eine ihrer Stärken für die Kunden auf einfachste Art und Weise verfügbar gemacht: die Sicherheit. Wenn Banken noch für etwas stehen, dann für einen sicheren Tresor, in dem man Wertsachen lagern kann – und das gilt für die Kunden auch im Netz. Sicherlich kann man als Kunde das Gleiche auch bei Dropbox & Co. ablegen – aber die persönlichen Dokumente im Banktresor – das hat schon etwas.

Neben der Sicherheit wurde das zweite Kriterium beachtet: Die Einfachheit. Die Anwendung aufzurufen, das Dokument zu fotografieren und im Zweifelsfall noch einer Kategorie zuzuordnen – das ist schnell gemacht und auch von fast jedem zu leisten. Ein Rechnung am heimischen Scanner einzulesen und die Datei hochzuladen ist für viele dann doch schon wieder eine technische Herausforderung zu der auch die Lust fehlt.

Das Angebot ist sicherlich erst mal ein kleines Pflänzchen, mir gefällt das Beispiel. Es geht in die richtige Richtung und kann vielleicht sogar einmal zu einem Geschäftsmodell für Nicht-Kunden ausgebaut werden.